„Sie sieht das Leben von der positiven Seite“ – Ein NFZ-Zeitungsbericht mit Diana im Zentrum

Fast eine ganze Zeitungs-Seite wurde uns, bzw. Diana, am 9. Oktober gewidmet! Im neuen Artikel beschreibt Hans Zemp vor allem die Kindheit, aber auch die Zukunftspläne von Diana. Wir freuen uns sehr über den schönen Bericht und möchten ihn euch natürlich nicht vorenthalten:

Diana Daina ist wissbegierig und liebt Neues

Die junge Kenianerin Diana Daina hatte schon früh Kontakt zu Barbara Chindia-Haas. Auf Schritt und tritt folgte das damalige Kleinkind der weissen Volontärin und eroberte so deren Herz. Heute gehört sie ganz zur Familie.

Hans Zemp

Zeiningen. Zuneigung ist früh da, wenn sie entstehen will. Die Zeiningerin Barbara Chindia – Haas arbeitete 2007 in ihrer Ferienzeit als Volontärin in einem Kinderheim in Kawangwre bei Nairobi. Hier traf sie auf die damals kaum einjährige Diana. Das am 3. September 2006 geborene Mädchen, Schwester von drei älteren Brüdern, war dort, weil seine Mutter gestorben war. Die kleine Maus konnte noch nicht sprechen aber bereits gehen. Vom ersten Moment an folgte Diana Barbara Chindia – Haas auf Schritt und Tritt überall hin, als wäre sie ihr Schatten. Am ersten Tag in diesem Kinderheim wurde bereits klar, dass das kleine Mädchen dort wieder weg musste. Es befand sich aufgrund der gegebenen, schwierigen Umstände im Schutzprogramm des Jugendamtes und der Polizei.

Aus Sicherheitsgründen wollte man das Mädchen wieder aus dem Heim wegnehmen. Barbara nahm Diana darum für das bevorstehende und in der Folge für viele weitere Wochenenden bei sich auf. Nach ein paar Wochen sollte Diana dann in ein anderes Kinderheim. Die Zustände dort waren miserabel. Dies führte dazu, dass sie Barbara zusammen mit ihrer kenianischen Freundin bei sich aufnehmen konnten. So wurde der Kontakt zwischen Barbara und Diana so eng, dass das Kind Barbara als Mama ansprach und auf diese Weise das Herz der Pflegemutter komplett eroberte. Nach vielen gerichtlichen Verfahren fielen die Entscheide, dass Diana bei Barbara bleiben durfte. Mit der definitiven Aufnahme als Pflegekind entstand eine schöne Familiensituation

Als Diana etwa fünf Jahre alt war, kollabierte das Kinderheim in Kawangwre und alle Kinder standen wieder auf der Strasse. Sie hatten aber das Glück, dass sie vom damals frisch gegründeten Zeininger Verein Youth for Hope in Ngong aufgenommen werden konnten.

Schulen sind für Kinder wichtig

Im Alter von drei bis fünf Jahren besuchte Diana den Kindergarten in der St. Christopher School in der Stadt Nairobi. Weil sie in den sechs Jahren ihrer Primarschulzeit Erfolg hatte, viel Fun normal und die Lehrkräfte gut waren, fühlte sich das Mädchen dort wohl. Nach sechs Jahren wechselte es für drei Jahre an die Junior Secondary School. Zwei Jahre Besuch der High School rundeten ihren Bildungsweg mit der Matura im Juni 2025 ab.

Momentan geniesst Diana auf Einladung einen dreimonatigen Besuch in Zeiningen. Hier lernt sie Deutsch, besucht Freunde und Verwandte von Barbara und verschiedene Ort in der Schweiz. So gehören etwa Luzern, Basel, Bern und Zürich genauso zu den Anlaufstellen wie das Fricktal und der nahe Schwarzwald. Sie lernt nun, dass Kenia von der Schweiz doch sehr verschieden ist. «Das Land hier ist wunderschön und die Leute grüssen sich im Gegensatz zu Kenia.» Eindruck macht der jungen Dame auch das Tierleben, wohlwissend, dass ihr Heimatland in dieser Beziehung sehr viel zu bieten hat.

Diana steuert neue Ziele an

Wenn der Schweizurlaub sein Ende hat, will sie an der Universität das Studium Event Planning aufnehmen. Dieses dauert zwei Jahre. Sie freut sich darauf. «I can’t wait», meint sie dazu. Die Gründe dafür sind die, dass sie das Planen und alles, was damit zusammenhängt, liebt. So kommen Medizinstudium, Flugwesen und dergleichen nicht in Frage. Es muss etwas anderes sein. «It must be something fun for me.”

Für Diana ist es wichtig, die Ausbildung in Kenia zu machen. Was den Bereich Anschluss-Studien angeht, ist noch nicht festgelegt. Bis Diana aber mit dem Studium beginnen kann, wird sie im  Youth for Hope als Volontärin ihren Einsatz leisten. Sie fühlt sich dort wohl, kennt die Kinder und die Tagesabläufe.

Die junge Frau sieht das Leben von der positiven Seite. Sie ist wie viele Kinder vor ihr im Youth for Hope aufgewachsen und weiss die Vorteile in diesem best geführten Haus zu schätzen. Diana weiss, was zu tun ist, und sie kennt Abwechslung und Leben. Der wertvolle Stellenwert des Kinderheims ist ihr von Grund auf bekannt. Sie schätzt ihn hoch ein.

Ian, der vor einem Semester in Südafrika das Medizinstudium begann, beendete das erste Semester als Klassenbester, weiss sie zu berichten.

Zeiniger Märt 2025

Am Zeiniger Märt gehört der Stand von Youth for Hope und dem dazugehörigen Kinderschminken (leider nicht bildlich festgehalten…!) schon zum festen „Inventar“ und erfreut sowohl Gross und insbesondere Klein. 😀

Dieses Jahr durften sich Diana und Eliane an den Schminktischen noch auf die tatkräftige Unterstützung von Sarah, unserer treuen Volontärin vom letzten Herbst/Winter, erfreuen. Sarah bildete mit Diana Daina zusammen ein tolles Team! Wir am Marktstand wurden zusätzlich unterstützt von Yael, die uns im August als Volontärin vor Ort begleitet hat. So hatten wir eine tolle Zeit ohne Personalmangel und durften uns am Ende des Tages über einen schönen Erlös freuen! Ein ganz herzliches Danke an Sarah, Yael und Diana, aber natürlich auch an Diana und Eliane – die beiden können sich bald überlegen, sich mit dem Kinderschminken selbstständig zu machen. 😉 

 

Zeitungsartikel in der NFZ: „Wegzügen stehen Neueintritte gegenüber“

Liebe Freunde

Diesen Freitag ist in der NFZ ein neuer Artikel über das aktuelle Geschehen bei Youth for Hope erschienen. Vielen Dank Hans Zemp fürs Verfassen und Publizieren (lassen) des gelungenen Artikels:

Wegzügen stehen Neueintritte gegenüber

Im Kinderheim Youth for Hope in Ngong wird einem nie langweilig. Jugendliche treten aus und finden sich im Erwerbsleben wieder, andere Kinder werden neu aufgenommen. In der Administration finden Neuerungen Eingang.

 

Im Zeininger Kinderheim Youth for Hope in den Ngong Hills westlich von Nairobi wird einem nie langweilig. Einerseits stehen immer wieder Wechsel an und anderseits wollen die Verantwortlichen auch in der Administration sinnvolle Neuerungen einfliessen lassen.

Neu haben wieder drei Jugendliche im Kinderheim Aufnahme gefunden. Der elfjährige Francis Roboka, er ist Bruder vom Piloten in spe Allan (die NFZ berichtete darüber), wurde in seiner Familie verstossen. Barbara Chindia-Haas nahm ihn erstaunlich unbürokratisch auf. Der junge Primarschüler liebt in der Schule vorab Mathematik und Fussball. Mit den Lehrern verträgt er sich so gut, dass er die Schule liebt.

Seine Alterskollegin Natasha Inzera machte in der Schule immer mehr einen vernachlässigten Eindruck. Abklärungen ergaben, dass das Kind daheim nicht genug zu essen bekam. Das Mädchen, das gerne singt und zeichnet liebt seine neue Heimat, weil sie im Kinderheim «Schwestern und Brüder» gefunden hat, die zu ihr Sorge tragen.

Der vierzehnjährige Justus Musyoki fand sich eines Tages allein, weil seine Mutter abgehauen ist und ihn, das Kind, allein liess. Seine daraus entstandene Traurigkeit fiel auf und ermöglichte ihm eine rasche Aufnahme bei Youth for Hope. Sehr gerne spielt er Fussball und er mag den Bereich Sozialwissenschaften. Weil die Lehrer nett zu ihm sind, geht er auch gerne in die Schule. Heute kann er wieder strahlen.

Aber auch sonst ist Einiges los

Präsident Dominik Rüfenacht erläutert, dass man die Tagesstrukturen professionalisieren will. Pflichtenhefte sollen den Hauptangestellten bei der Bewältigung der Arbeiten behilflich sein. Carol Chege und Cynthia Akinyi, sie tragen die Verantwortung über das Kinderheim, wenn Barbara Chindia – Haas nicht zugegen ist, leisten echt ganze Arbeit. Beide tragen ihre Verantwortung mit überdurchschnittlichem Einsatz. Beide vergessen darob, dass sie oft etwas mehr für sich selber schauen und ihre ihnen zustehenden Pausen und Ruhezeiten auch einziehen sollten.

Aunty Jemimah geht bald in Rente. Die gute Seele, die manch feines Essen aus der Küche zauberte, soll also bald ersetzt werden. Eine definitive Anstellung des Ersatzes steht an. Seit Jahresbeginn trifft man probehalber eine Frau im Haus, die zusammen mit Josephine, sie arbeitet heute mit Jemimah in der Küche, Mitverantwortung übernehmen möchte.

Sarah Steiner hat ihr Volontariat beendet und bleibt als starke Hilfe und wirklich gute Seele für die Kinder in Erinnerung. Man liess sie nicht gerne ziehen.

Klein Pieter entwickelt sich prächtig. Momentan besucht er den Kindergarten und wird täglich etwas selbständiger und selbstbewusster. Seine Position als Mittelpunkt der Bewohnerscharen geniesst er nach wie vor in vollen Zügen.

Das heimeigene Fahrzeug, der Toyota, soll momentan ein Upgrade erhalten. Der geplante Aufbau wird dem Personaltransport mit vier weiteren Sitzen grosse Dienste erweisen. Dies wird möglich, weil das Sponsoring dafür echt gut spielte. Altpräsident René Schmid war für die Finanzbeschaffung dafür die erfolgreiche treibende Feder.

Man ist dankbar

All die vielen Sachen, das Funktionieren des ganzen Betriebs, die laufend steigenden Ausbildungskosten zeigen immer in die gleiche Richtung. Alles wird teurer. Darum ist Youth for Hope um jeden noch so kleinen Betrag froh, um jede Spende dankbar. Auf ihrem Portal www.youthforhope.ch orientieren die Verantwortlichen auch immer über das Geschehen.

Frühlingsbesuche aus der Schweiz

Viel war los bei uns in Kenia während den letzten Monaten! Während Sarah, unsere Volontärin, im März ihre letzten Tage bei uns verbrachte, waren auch die Gästezimmer regelmässig belegt. 

Noch im Februar besuchten ich und die Familie mit viel Gepäck (ca. 150kg) unsere Kinder in Ngong. Für leider nur knapp 10 Tage fühlten wir uns schon ab der ersten Minute wieder wie zuhause und genossen die Gesellschaft der Kinder, sobald die Schule jeweils aus war am Abend. Man spielte, malte, lachte, oder genoss ganz einfach die tolle, frisch reparierte Schaukel. Unsere Mädchen hatten wie erwartet besondere Freude an Pieter und Leon, und formten mit Hanna und Rahab eine tolle Gruppe, die zusammen spielte und um keinen Streich oder lustige Aktion verlegen war!

Mitgebracht haben wir vor allem Schuhe und Bettwäsche, dank der grosszügigen Unterstützung von Freunden und Bekannten. Diverse Reparaturen oder Umbauten am WLAN sowie Handys und Laptops sorgen dafür, dass auch die Zeit wo die meisten der Kinder in der Schule waren, sehr schnell verging.

Anfang April ist dann Hans ebenfalls nach Kenia gereist, natürlich auch mit viel Gepäck, aber mit noch mehr Ideen und Aufgaben auf seiner Liste zur Abarbeitung. Wie immer gab es viel Kleineres und Grösseres in und ums Haus zu reparieren.  Aber auch ein ganz neues Projekt galt es zu stemmen: Einen Aufbau für unseren Toyota! Die Limitierung auf 5-6 Insassen unseres sonst so treuen und geschätzten Begleiter war immer wieder spürbar. Vor allem dank der grosszügigen Unterstützung von René Schmid waren wir in der Lage, dieser Beschaffung „grünes Licht“ zu geben. 

Und so wurde es Ostern – Die Kinder durften sich alle über ein Osternästli freuen, die von unseren Gästen Caba, Sabine, Muriel und Aurel liebenswerterweise gebastelt und befüllt wurden. Ganz lieben Dank euch allen dafür! Wir gehen davon aus, dass uns die Swiss ab so viel Werbung auch noch etwas zusätzliche Unterstützung anbieten wird in Zukunft! 🙂

Bauliche Weihnachtsgeschenke

Liebe Freunde

Zum Jahresabschluss haben wir die Tradition weitergeführt und euch in den letzten Tagen den Weihnachtsbrief geschickt. Natürlich findet ihr ihn wie immer auch hier auf unserer Website. 

Noch keine Erwähnung im diesjährigen Weihnachtsbrief haben die baulichen Weihnachtsgeschenke, die unter der Leitung und fachkundiger Hand von Othmi entstanden sind: Eine neue Wäscheleine inkl. Überdachung, Ein neuer Vorplatz für die Aussendusche und Werkstatt, sowie eine fällige Total-Revidierung der stark beanspruchten Ryti. Was aus dem alten Holz geworden ist, seht ihr ganz unten. Wir fragen uns jetzt nur, ob Othmi während seinem Besuch in Ngong auch mal einen halben Tag Pause gemacht hat…! 🙂 

Wir wünschen euch eine schöne und hoffentlich ruhige Weihnachtszeit, mit Freunden, Familie, gutem Essen und einem guten Start ins kommende Jahr! Vielen herzlichen Dank für eure Treue, euer Interesse und Unterstützung für uns!

Euer Youth for Hope Team